ELECTRIC WOW / 19.01.2026.
BMW iX M70 xDrive im Test
Posted by: Mag. Severin Karl
Wer mit einem Batzen BMW-SUV vorfahren möchte und vor allem nach dem Image geht, dem wird man einen iX als Elektroauto oder einen XM, wenn es ein Plug-in-Hybrid sein darf, nicht ausreden können. Mit knapp fünf Metern Länge (iX) oder darüber zeigen sie unmissverständlich, dass man es geschafft hat – zumal als weit über 100.000 Euro teure M-Versionen. Auftritt unseres Testwagens in Aventurinrot metallic: Mit dem M-Sportpaket, dem Innovations-Paket und weiteren Sonderausstattungen wie 22-Zöllern, Soft-Close-Türen, E-Anhängerkupplung, Panorama-Glasdach, Surround-Sound von Bowers & Wilkins und ein paar weiteren Nettigkeiten stehen 145.000 Euro auf dem Preiszettel.
Mehr Leistung, Sprintwert bleibt gleich
Mit Frühjahr 2025 hatte BMW den iX einmal durchgebürstet. Während das frühere Topmodell M60 noch mit 540 PS auskommen musste, leistet nun bereits der xDrive60 544 PS. Unser M70 kommt auf irrwitzige 659 PS – sieht aber nach wie vor nicht danach aus. Understatement kann man dem fast zwei Meter breiten Bayern mit den ungewöhnlich geformten Nieren wirklich nicht vorwerfen, aber so richtig sportlich und nach über 600 PS sieht er dann doch nicht nicht aus. Man gleitet elektrisch dahin und freut sich, wenn die Leistung dann doch einmal abgerufen werden, äh, "muss". Trotz des Leistungszuwachses bleibt der Sprintwert jedoch gleich, denn auch der M60 stemmte die gleichen 1.015 Nm Drehmoment. Die 3,8 Sekunden auf 100 km/h sind zwar immer noch lässig. Hatte man sich aber zuerst über die tolle Quartett-Leistung gefreut, wirkt die Zeitspanne dann doch ernüchternd.
Okay, ein neuer Versuch: Was ist sonst neu? Höhere Effizient, sagt BMW. In der Best-Case-Betrachtung (BMW-Wording) sollen es mehr als 8 Prozent sein. Ja, das stimmt. Sind wir mit dem letzten iX in unserem Testfuhrpark (2022) noch etwa 415 Kilometer weit gekommen, sind es nun im besten Fall 450 Kilometer – wenn man sich im Eco-Modus zurückhält. 589 Kilometer wurden uns laut WLTP versprochen (der Test wurde im November 2025 durchgeführt). Wer mehr Reichweite benötigt, muss auf den bereits erwähnten xDrive60 zurückgreifen. Der schafft auf dem Papier 701 Kilometer, könnte einen im Alltag also durchaus 560 Kilometer weit schupfen.
Von einem Auto mit 108,9 kWh Netto-Batteriekapazität sollte man sich 2026 mehr erwarten können. Beim im Frühjahr 2025 durchgeführten Facelift wurde auch an der Ladeleistung nicht gefeilt, 195 kW sind das höchste der Gefühle.
Warum nicht gleich den iX3?
Die lang ersehnte Neue Klasse ist mit dem neuen iX3 bereits da. Sie bietet brandneue Technologien an allen Ecken, rechnet schneller, lädt schneller, kommt weiter, bietet ebenso reichlich Platz. Beispiel Kofferraum: Der iX fasst 500 bis 1.750 Liter, der neue iX3 520 bis 1.750 Liter und zusätzlich einen 58-Liter-Frunk. Mit dem 800-Volt-System lassen sich beim typischen DC-Ladestopp auf der großen Reise (also bis 80 Prozent) locker über 10 Minuten einsparen. Man wartet beim iX 35 Minuten lang. Nach WLTP sind über 800 Kilometer möglich, unsere ersten Fahrten haben gezeigt, dass hier durchaus positive Überraschungen möglich sind.
Bloß: Wir man hört, ist das Kontingent für 2025 durch zahlreiche Blindbestellungen bereits ausverkauft. Und zudem gibt es derzeit nur ein Modell, den 50 xDrive. Nachdem es vielen BMW-Käufern um das Image geht, müsste man noch auf ein etwaiges M-Modell warten. Das wird wohl auch knapp 100.000 Euro kosten, wäre den Preis aber richtig wert. Ist man den iX3 einmal gefahren, ist es schwer, den iX uneingeschränkt zu empfehlen. Klar: Wer mit einem Batzen BMW-SUV vorfahren möchte, greift beim iX dennoch gern zu.