ELECTRIC WOW / 30.09.2026.
Baden gegangen? Im Gegenteil! So rigoros testet Chery seine Batterien
Posted by: Petra Mühr
Chery ist seit Juni 2026 mit seinen Tiggo-Modellen auf dem österreichischen Markt. Auf die Frage, die sich jeder stellt, der noch nie einen Chery gefahren ist: Wie gut ist eigentlich die Batterie?
Chery hat darauf eine Antwort gesucht, und zwar keine gemütliche. Bei der Black Sea Safety Challenge musste die Hochvoltbatterie des Tiggo 9 CSH (CSH steht für Chery Super Hybrid) durch zwei Prüfungen, die man einem Akku im Alltag hoffentlich nie zumutet.
Prüfung 1: 24 Stunden im Salzwasserbad
Die 34,46-kWh-Batterie kam komplett in eine Lösung mit 3,5 Prozent Natriumchlorid und blieb dort einen ganzen Tag. Das ist kein Szenario für die nächste Autobahnabfahrt, sondern ein Labortest für dauerhafte Feuchtigkeit und Salz, die beiden Lieblingsgegner jeder Elektronik. Durchgeführt wurde er gemeinsam mit Ingenieuren von FEV, einem internationalen Entwicklungsdienstleister für Fahrzeug- und Antriebstechnik.
Geprüft wurden unter anderem:
- · Batteriegehäuse und Dichtheit
- · Isolationswiderstand
- · Hoch- und Niedervoltanschlüsse
- · Steckverbindungen
- · Druckentlastungsventil
Das Ergebnis: keine sichtbare Korrosion, keine Aufblähung, keine undichte Stelle. (Die konkrete Version für Zahlenfreunde: Druckverlust im Batteriegehäuse bei 8,067 Pa/min., etwa ein Viertel des Grenzwerts von 31 Pa/min. Isolationswiderstand verblieb bei mehr als 500 MΩ.)
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Die Batterie wurde danach wieder eingebaut – und der Chery Tiggo 9 fuhr augenblicklich weiter, direkt zur nächsten Prüfung.
Prüfung 2: Die Stufe
Dabei rollte der Tiggo 9 mit 14 bis 15 km/h auf eine 25 Zentimeter hohe Stufe zu. Das ist keine Raserei, aber genau die Sorte Kante, die auf Baustellen, in Hofeinfahrten oder bei ungeschickten Parkmanövern vorkommen können. Geprüft wurde, wie der Unterboden auf den Schlag reagiert.
Das Ergebnis: Die PVC-Beschichtung am Unterboden wurde beschädigt (das darf sie, dafür ist sie da). Das Batteriegehäuse blieb laut Chery unversehrt, es trat kein Elektrolyt aus, und im Cockpit erschien keine Warnmeldung. Für den Alltag heißt das, dass ein Batteriegehäuse mit ein bisschen Ärger am Unterboden rechnen und trotzdem dicht bleiben soll.
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Wo Batteriesicherheit beginnt
Chery entwickelt und baut die Batterie für seine Super-Hybrid-Modelle selbst. Die Safety Challenge zeigt, welchen definierten Belastungen das Batteriesystem im Rahmen der Entwicklung und Erprobung ausgesetzt wird. Dazu gehören neben Wasserdichtigkeit und verschiedenen mechanischer Belastungen auch Hitze- und Beschusstest.
Wie üblich gilt: Solche Härtetest sind kein Freibrief zum Furten durch die Adria. Aber sie demonstrieren deutlich, dass Chery sein Handwerk ernst nimmt.
Was Chery in Österreich sonst noch vorhat
Ein Blick auf die Modelle, denn die Tests sind nur das Vorprogramm:
- · Aktuell: Die Tiggo-Familie 4, 7, 8 und 9 gibt es in Österreich als Hybrid und Plug-in-Hybrid. Der Kleinste ist nur als Hybrid zu haben. Allrad gibt es derzeit beim Tiggo 9
- · Anhängelast und Fahrradträger: Österreichisches Feedback zu höherer Anhängelast und Fahrradaufbauten wurde laut Chery bereits berücksichtigt
- · Kommt voraussichtlich 2027: ein vollelektrischer Stadtflitzer namens Chery Q, in der Liga eines BYD Dolphin
- · Außerdem geplant: eine Hybrid-Limousine Arrizo (in der Kategorie etwa eines Audi A7), der Tiggo 7X und ein Pick-up für den europäischen Markt. Der Name ist noch offen
- · Technik: Alle neuen Modelle bekommen die Chery Super Hybrid Batterie und einen 1,5-Liter-Benziner
Gebaut werden die Fahrzeuge für Europa in China, unter anderem im Werk in Wuhu.
Handel und Ziele: Ein Netz, das wächst
Offiziell zählt Chery in Österreich aktuell 18 Händler und Servicepartner, die Zahl ändert sich laufend. Ziel sind bis Jahresende 25 Standorte, vorwiegend mit Partnern, die langfristig und zuverlässig agieren. Nicht jedes Bundesland ist schon abgedeckt, Burgenland und Tirol sind noch offen. Für 2027 peilt Chery den Verkauf von rund 4.000 bis 6.000 Fahrzeugen in Österreich an.
Gut in Europa positioniert
Chery setzt auf starke Flexibilität, so Majors Liu, Marketing & Communications Manager Chery Österreich. Feedback aus Europa – etwa spezifische Anforderungen an die Anhängelast oder den Fahrradträger für österreichische Outdoor-Fans – fließen rasant in die Entwicklung ein.
BYD und MG seien dem Markt zwar zeitlich etwas voraus, so Liu, somit profitiere Chery jedoch davon, dass der Weg für chinesische Hightech-Autos bereits geebnet wurde. Mit einer wettbewerbsfähigen Modellpalette und strengen Qualitätsstandards im Schauraum- und Werkstattbereich stellt sich die Marke optimal auf die Ansprüche österreichischer Autofahrer ein.