PHEV Batterie (Starterbatterie) Adapterkabel Batteriealterung Kleinspannungssysteme

ELECTRIC WOW / 08.11.2026.

Test Skoda Peaq: Luxusgleiter für Familie und Beruf

Bei den SUV-Modellen war bei Skoda bisher der Kodiaq das Topmodell. Mit dem vollelektrischen Peaq bekommt er nun interne Konkurrenz. Ja, auch der Kodiaq kann in den PHEV-Version elektrisch fahren, doch das komplette Fehlen eines Verbrenners macht den Peaq zum flüsterleisen Riesen in jeglicher Lage. Dazu kommt die neue Designlinie, die stärkere Parallelen zum ebenso brandneuen Epiq (das kleinste E-SUV der Marke!) aufweist. als zu den gewohnteren E-Modellen Enyaq und Elroq. Im Testfuhrpark haben wir den Peaq 90 Sportline mit Heckantrieb, der laut Importeurs-Website 626 Kilometer WLTP-Reichweite verspricht. Kann das bei einer tatsächlichen Masse von 2.386 Kilogramm klappen?

>> Weiterschauen: Kurzvideo zum Testwagen – Skoda Peaq 90 Sportline

Klares Design, lässige Details

Das Fahrzeug in Race-Blue-Metallic mit 21-Zoll-Felgen (beides gegen Aufpreis) steht satt auf der Straße, wirkt aber optisch für ein derartiges Flaggschiff gar nicht so wuchtig. Sichtlich haben die Designer gut an den Proportionen gefeilt, denn innen lässt der Peaq nichts an Platz vermissen. Das Raumangebot vorne wie hinten ist ein Traum und nachdem das Modell auch als Siebensitzer zu bestellen ist, gibt es hier beim Fünfsitzer im Kofferraum massig Platz. 935 Liter Gepäck können schon in der Grundstellung verstaut werden und wenn die hinteren Sitze flach gelegt werden, stehen 2.150 Liter als Volumen bereit. Irre, somit kann der Peaq durchaus als schicker Van-Ersatz gesehen werden. Wie gewohnt hat sich Skoda einiges einfallen lassen, um im Alltag auch abseits technischer Daten hervorzustechen. Wenn etwa großes Transportgut im Kofferraum verstaut wird und das Gepäckrollo stört, kann dieses im Frunk verstaut werden. Eigene Halterungen sorgen dafür, dass es dort einen fixen Sitz hat. Und wenn wir schon vorn sind: Im Frunk findet natürlich auch das Ladekabel Platz. Sollte es dreckig sein – liegt ja oft genug im Regen auf der Straße – findet sich griffbereit ein eigener Reinigungshelfer (siehe Fotogalerie), durch dessen Schwämme das Kabel gezogen wird. Die Schwämme wiederum lassen sich herausnehmen, dass man sie beizeiten ausspülen kann. Toll gelöst!

>> Weiterlesen: Korea-Haifisch im Test – Hyundai Ioniq 6 N Line

Leistung, Verbrauch, Laden

Der Peaq 90 mit Heckantrieb leistet 286 PS und kann so in 7,1 Sekunden auf 100 km/h sprinten. Für ein Familienmodell eigentlich unnötig, aber für einen Businesscruiser durchaus sinnvoll. Es gibt ja hin und wieder Terminstress. Auf der Autobahn reichen in Österreich die 180 km/h Spitze natürlich komplett. Nur deutsche Medien wünschen sich hier mehr. Wo wir schon beim Verbrauch wären, denn wie bei jedem Elektroauto ist die Autobahn das Revier, dass Reichweitenkaiser am liebsten vermeiden würden. Etwa 21 kWh Strom werden der 86 kWh großen Batterie bei derartigen Fahrten entzogen, womit dich die Reichweite auf etwa 400 Kilometer beschränkt. In der City und an gemütlichen Tagen sind aber auch 16,5 kWh Verbrauch möglich, womit 500 Kilometer also locker geknackt werden können. Nachgeladen wird am DC-Charger mit maximal 199 kW, was wir als in Ordnung verbuchen – immerhin handelt es sich um eine 400-Volt-Architektur. Beim AC-Laden müssen 11 kW reichen – für das Gros der Anwendungen wohl passend. Wer gern am 22-kW-Charger steht, muss damit zurechtkommen. Energie kann aber auch zurückgewonnen werden: Mit dem Lenkrad-Schalthebel lässt sich neben der D-Stufe auch B anwählen, hier ist One-Pedal-Driving möglich. Es gibt aber auch Schaltwippen am Lenkrad. Mit diesen kann man in D bleiben und etwa vor einem Kreisverkehr in drei Stufen mehr rekuperieren. Wer gern in B fährt, aber nicht so stark abgebremst werden will, kann mit den Wippen eine Stufe weniger Rekuperation generieren. Sobald man wieder auf das Fahrpedal tritt, ist jede Wippen-Einstellung wieder weg, sie dient somit wirklich nur in der jeweiligen Situation. Das Fahrgefühl ist ohne Tadel, "Normal" war für uns meist der passende Fahrmodus. Für flotte Sprints muss man nicht in "Sport" schalten. Nur bei "Eco" tritt er deutlich sanfter an, was für die Stadt optimal ist und zudem der Reichweite dienlich ist.

>> Weiterlesen: Elektro-Vans – Neuerfindung der Raumwunder

Preise, Ausstattung und Co

69.317 Euro steht am Preiszettel des Testwagens. Hier gibt es aber schon die größere Batterie samt mehr Motorleistung und alle Vorzüge der Sportline. Die Ausstattung ist wirklich reichhaltig, hier ein kleiner Auszug unserer Highlights:

  • Schwenkbare Anhängerkupplung
  • Bidirektionales Laden
  • Dynamische Fahrwerksregelung
  • Gepäckraumrollo öffnet elektrisch – gemeinsam mit der E-Heckklappe
  • Head-up-Display
  • Dreizonen-Klimaanlage plus Standklima
  • Wärmepumpe
  • Regenschirme in beiden Vordertüren versteckt
  • Assistenten von Travel Assist bis assistiertes Parken

Immer wieder wird auf den großen Aufpreis im Vergleich zum Basis-Peaq (49.490 Euro) verwiesen. Da muss man aber auch fair vergleichen, denn ein ähnlich großes Edel-SUV mit der Möglichkeit für sieben Sitzplätze bietet etwa Hyundai mit dem Ioniq 9 zu ganz ähnlichen Preisen an. Und welches E-SUV um einen knappen Fünfziger bietet so viel Platz – mehr als 2.000 Liter Kofferraum – bei derart guter Qualität? Das ist doch ein starkes Argument.
Ja, natürlich gibt es auch Details, die manchem Besitzer weniger clever vorkommen werden. Eines davon sind die zwei Druckpunkte für das schlüssellose Schließsystem. Der Peaq fährt die bündigen Türgriffe bei Annäherung nämlich nicht aus, dazu muss man auf der linken Seite des Türgriffs drücken (dort sind drei punktfärmige Erhebungen). Will man ohne Schlüssel schließen, drückt man wiederum auf der rechten Seite des Türgriffs (dort ist eine linienförmige Erhebung). Warum nicht eines für beides wie es früher bei fast allen Marken gängig war?

>> Weiterlesen: Hyundai Ioniq 9 – Vanlife Familienshuttle im Test


ABONNIEREN SIE UNSEREN Newsletter UND BLEIBEN SIE STETS INFORMIERT

Jetzt anmelden!