Ein Blick in den elektrischen Ferrari Luce

Ferrari

ELECTRIC WOW / 11.02.2026.

Ein Blick in den elektrischen Ferrari Luce

Posted by: Mag. Severin Karl

Mechanische Bedienelemente statt riesiger Touchscreens, Schlüssel und Schalthebel aus speziellem Glas, ein Lenkrad mit Bezug zur Historie: Ferrari bemüht sich beim Elektromodell um Authentizität

Schon der Name gefällt uns: Der kommende Elektro-Ferrari wird Luce genannt. Bereits im Oktober 2025 hatten wir in Elettrica: Der erste vollelektrische Ferrari schon darauf hingewiesen, dass der simple Zusatz "Elettrica" wenig kreativ gewesen wäre. Nach diversen Komponenten und den technischen Daten (siehe Link) widmet sich Ferrari nun dem Namen und dem Innenraum seines E-Modells.

Referenzen an früher

Ferrari geht ein Licht auf. Luce, das Licht, soll nicht zuletzt für Klarheit stehen. Die Philosophie dahinter: "Elektrifizierung als Mittel, nicht als Zweck", so der italienische Traditionshersteller. Zur Zukunftsvision gehört auch die Zusammenarbeit mit LoveFrom, einem Kreativkollektiv mit Studios in San Francisco und London – es wurde 2019 von Sir John Ive mit dem Designer Marc Newsom gegründet. Der heikle Ritt am Zeichentisch stand unter dem Zeichen, die Tradition zu respektieren, akribische Handwerkskunst zu integrieren und durchdachte Innovationen einfließen zu lassen. Das Ergebnis wirkt schon einmal sehr ansprechend.

Vor allem die Materialien machen schon bei ihrer Beschreibung Lust auf mehr. Elemente aus Aluminum wurden aus massiven Blöcken gefräst, wobei innovative und vor allem hochpräzise 3- oder 5-Achs-CNC-Technologie zum Einsatz kam.Dieser Vorgang erzeugt eine "ultradünne, hexagonale Zell-Mikrostruktur auf der Oberfläche und gewährleistet außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit, Härte und eine feine Mikrotextur", so Ferrari. Nachhaltigkeit steht aber ebenso im Fokus wie Gediegenheit, das Alu ist hundertprozentiges Recyclingmaterial. Beim Thema Glas schwört man auf "Corning-Fusion5-Glass", das besonders lang seine Brillanz behalten soll und dessen Oberfläche mit tiefer, langlebiger Farbe überzeugt. Unter anderem besteht der Autoschlüssel daraus: Zum Starten wird er in ein Schlüsseldock gelegt, wonach eine Sequenz der Farbänderung zu sehen ist. Mittels E-Ink ändert sich der Schlüssel von gelb zu schwarz, womit er optisch vollends in die Mittelkonsole intergiert wird. Danach leuchten Bedienfeld und Instrumententräger auf, das Auto erwacht zum Leben. Auch der Schalthebel ist aus dem speziellen, kratzfesten Glas gefertigt.

Sehr cool finden wir das Lenkrad, das dem reichen Erbe Tribut zollt und mit der vereinfachten Drei-Speichen-Form an die 1950er- und 1960er-Jahre erinnert. Nicht unspannend: Mit den neuen Fertigungsverfahren konnten 400 Gramm im Gewicht des Volants eingespart werden. Analoge Bedienmodule gab es beim klassischen Nardi-Lenkrad zwar noch nicht, man kann das aber als Verweis auf die Formel-1-Historie betrachten. Bei den Displays wurde mit Samsung zusammengearbeitet, Ferrari verspricht eine "faszinierende visuelle Tiefe" durch ein zweites Display hinter der oberen Ebene. Das müssen wir uns im Serienmodell genau anschauen! Dazu kommt noch ein auf einem Kugelgelenk montiertes Beidenfeld, das somit zum Beifahrer ausgerichtet werden kann, wenn dieser Eingaben tätigen möchte. Eine Handballenauflage erleichtert die Bedienung auf unruhiger Strecke.