ELECTRIC WOW / 27.02.2026.
Volvo EX60: Premiere in Wien, erste Autos folgen im Sommer 2026
Posted by: Mag. Severin Karl
In Wien wurde Ende Februar der neue Volvo EX60 enthüllt. Die Erwartungen des Importeurs sind groß, schließlich ist das Segment, in das er eintaucht, aktuell besonders im Wachstum. Der Bruder XC60, der parallel angeboten wird, hat im Sommer 2025 den berühmten Volvo 240 als ewigen Bestseller der Marke abgelöst. Eine gute Ausgangslage, dass auch der vollelektrische Bruder bald aufschließen wird. Man rechnet zudem mit einem hohen Eroberungspotenzial, sprich, Kunden anzusprechen, die bisher zu anderen Marken gegriffen haben.
Günstiger als der iX3, weit günstiger als der GLC
Mit der günstigen First Edition wird schon einmal BMW die Breitseite gegeben: 68.990 Euro ist etwas besser bepreist als der iX3. Was beide eint und für technologisch affine Kunden besonders ansprechend ist: die 800-Volt Plattform. Hier kommt auch der Mercedes GLC ins Spiel, im Endeffekt wird auf dem Markt nun ein hochklassiges Premium-E-SUV-Trio geboten, dass über beste Schnellladefähigkeiten und Reichweiten verfügt.
Bleiben wir bei der Premiere des Volvo EX60: Die First Edition bietet einen Kundenbonus von knapp 3.400 Euro und ist mit eine Metallic Lackierung nach Wahl, der Nordico-Polsterung mit aktiver Belüftung, 21-Zoll-Leichtmetallfelgen, abgedunkelten Scheiben, Winter-Paket und Pilot-Assist-Paket besonder gut ausgestattet. Die Basis ist der EX60 P10 AWD Plus.
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Nomenklatur erklärt
Hier müssen wir die auf neue Nomenklatur eingehen, denn beim EX60 heißt es je nach Motorisierung und Batteriegröße P6 (RWD, 374 PS, netto 80 kWh), P10 (AWD, 510 PS, netto 91 kWh) oder P12 (AWD, 680 PS, netto 112 kWh). Eselsbrücke? Vergesst es, es gibt keinen konkreten Bezug, den uns Volvo Car Austria nennen konnte. Die Ausstattungslinien nennen sich Core, Plus und Ultra, was somit bedeutet: Die First Edition auf Plus-Basis wird bald unterboten, wenn es rein um den Preis geht. Für den EX60 P6 Core sollen unter 60.000 Euro nötig sein, er folgt aber erst im nächsten Jahr, also 2027. Das Topmodell P12 AWD steht schon diesen Herbst bereit, zumindest geradeaus wird es eine echte Sportskanone sein: 3,9 Sekunden auf 100 km/h!
Laden und Co
Wie gesagt, 800 Volt: Damit sind 320 (beim RWD) bis 370 kW (bei allen AWD) Ladeleistung möglich. An einer entsprechenden DC-Ladesäule sollen somit 305, 325 oder 340 Kilometer Reichweite in zehn Minuten nachgeladen werden können. Die Ladezeit von 10 auf 80 Prozent SoC beträgt 18 (P6, P10) oder 19 Minuten (P12). Durch den serienmäßigen 22-kW-Onboard-Charger sind auch an einer AC-Wallbox kurze Standzeiten drin. Beim P6 reichen vier Stunden, beim P10 viereinhalb und beim P12 sind es dann sechs Stunden. Wer alle Folge-Garantien ausnutzt, hat die Batterie übrigens bis 10 Jahre oder 240.000 Kilometer abgesichert. Zu den Reichweiten: Schon das Basismodell mit 80-kW-Batterie rennt 620 Kilometer (WLTP) mit einer Ladung, das mittlere Modell schafft 660 Kilometer und ist die riesige 112-kWh-Batterie an Bord sind 810 WLTP-Kilometer möglich!
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Probesitzen, Touch & Feel
Der EX60 wirkt auf uns sehr clean, genau so, wie es Volvo-Kunden schätzen. Es gibt kein großes Trara, kein unnötiges Chichi, das Fahrzeug hält sich optisch zurück und gibt sich elegant, was zu einem 4,81 Meter langen und 1,90 Meter breiten Auto passt. Dafür fallen die kleinen Ausreißer sofort auf, etwa die neuen Wing-Grip-Türgriffe, die an den Ford Mustang Mach-E erinnern. Wir finden sie auf jeden Fall besser als ausfahrbare Türgriffe, die immer wieder mit Zicken im Alltag nerven (zu früh einfahren, nicht früh genug ausfahren etc.). Die Türen lassen sich gut damit öffnen und sie sollen auch aerodynamisch Sinn ergeben. Beim Einsteigen bemerkt man auch die rahmenlosen Türen. Die gab es etwa bei Cabrios natürlich schon bei Volvo, man betont aber, dass es das erste reguläre Modell der Marke damit sei. Im Cockpit greift man ein neues Lenkrad mit zwei Speichen und blickt auf einen hochscharfen Touchscreen mit 15 Zoll im Querformat. Wie im kleinen EX30 findet sich darunter in der Mitte ein Handschuhfach. Es ist riesig, bietet darüber eine induktive Smartphone-Ladeschale, aber: Geschlossen sieht es nicht gerade schön aus. Ein netter Griff dran oder so hätte das Ganze aufgelockert – muss man gesehen haben.
Hightech pur
Mit Google Gemini wird uns eine Interaktion mit dem Auto versprochen, die das abgedroschene Wort "Sprachbedienung" auf ein neues Level heben soll. "Führe mich zum Ziel, das heute in meinem Kalender steht und plane eine Ladepause in der Nähe von einem Restaurant ein, das gute vegetarische Küche bietet" könnte man dem Auto sagen und sinnvolle Vorschläge bekommen. Im Werbevideo von Volvo waren es natürlich "Kanelbullar", schwedische Zimtschnecken, nach denen gefragt wurde. Für die Sicherheit wichtiger ist das neue Gurtsystem, das die Gurtkraft an Statur, Sitzposition und Geschwindigkeit anpasst. Denn ein Riesentyp, der bei hohem Tempo im Sitz lümmelt, muss anders geschützt werden als ein zarte Dame, die bei Stadttempo aufrecht im Sitz sitzt. Und alle Möglichkeiten dazwischen. Jedenfall: Der Gurt lernt – wie auch die anderenn Sicherheitssysteme – von anderen Volvo-Fahrzeugen, wenn diese einmal eine Notsituation überstanden haben. Volvo spricht von OTA-Updates, die nicht zuletzt dem Gurt neue Szenarien beibringen.
>> Der multi-adaptive Sicherheitsgurt von Volvo Im Detail
Cross Country kommt!
Vor knapp 30 Jahren wurden die abenteuerlustigen Cross-Country-Modelle mit Offroad-Look eingeführt. Auch vom EX60 wird es wieder so einen geben. Zur Optik kommt ein serienmäßiges Luftfahrwerk, mit dem die Bodenfreiheit um 20 bis 40 Millimeter erhöht werden kann.
Erste Fahrzeuge des regulären EX60 werden schon im Sommer 2026 zu den Kunden kommen, erst im Herbst heißt es dann offiziell "Der EX60 ist hier!"
Highlights des Volvo EX60
- 800-Volt-Architektur
- Ladeleistung von 320 bis 370 kW
- Ladedauer 10–80 % 18 bzw. 19 Minuten
- Reichweiten bis 810 Kilometer (P12 AWD)
- Anhängelast bis 2.400 kg (alle AWD, RWD: 2.000 kg)
- Sprintwerte 3,9 bis 5,9 Sekunden auf 100 km/h