TESTS / 07.05.2026.
Das Erbe der Pallas
Posted by: Mag. Bernhard Katzinger
Die große französische Limousine blickt auf eine lange Historie oftmals eigenwilliger Fahrzeuge zurück, die vom automotiven Selbstbewusstsein der Grande Nation zeugen. Der DS No. 8 aus dem Stellantis-Konzern haut genau in diese Kerbe und hat das Zeug dazu, Legenden wie „La Déesse“ zu beerben: Premium-Anspruch mit Zug zum Skurrilen, dabei keine Angst vor moderner Technik – in unserem Fall vor dem vollelektrischen Antrieb mit knapp 98 kWh Batteriekapazität.
Oberklasse mit Eigenheiten
Handeln wir zunächst das Offenkundige ab: Das Platzangebot ist superb, der Kofferraum auch dem Impulskauf in südfranzösischen Weingütern gewachsen. Der Fokus des Wagens liegt auf Komfort, man könnte Luxus sagen, wenn da nicht immer wieder Klavierlack und harter Kunststoff unter die Finger kämen. Auch wird die insgesamt schöne Eigenwilligkeit des Fahrzeugs hie und da von schnöden Konzernteilen – das unwürdige Schaltwippchen, ein Jammer! – gebrochen.
Großer Stromer
Dies tut der Reisetauglichkeit keinen Abbruch: Auf legal bestrittener Autobahn-Tour über 800 Kilometer lieferte der DS im Test einen beeindruckenden Durchschnittswert unter 20 kWh/100 km ab. Die eher laissez faire angelegte Ladegeschwindigkeit von maximal 160 kW lässt man dem Wagen nach knapp 400 Kilometern Echtfahrt entspannt durchgehen.
So funktioniert der große DS als E-Auto famos, bis hin zur Batterie-Vorkonditionierung, die sich im Menü anstoßen lässt, wenn man zur Unzeit an die Säule muss. Selbst die App – gern kritisierte Achillesferse der Stellantis-Stromer – lieferte im Test keinen Anlass zur Beschwerde. •