TESTS / 20.05.2026.
Mehr als bloß auffällig
Posted by: Mag. Bernhard Katzinger
Kia punktet derzeit mit höchst eigenständig gezeichneten Vehikeln, die ihre optische Auffälligkeit mit hohem Nutzwert kombinieren. Der EV5 steht in der oberen Mitte der Modell-Riege: imposant, aber nicht riesig, in jedem Fall groß genug auch für bis zu fünfköpfige Familien. Die Lichtzeichnung, vor allem vorne: ein echter Kopfverdreher. Soweit der erste Eindruck.
Was fehlt? Wer‘s braucht...
Angesichts des Datenblatts wäre es leicht, den EV5 danach zu beurteilen, was ihm scheinbar fehlt: Da wäre einmal die 800 Volt-Technik für extraschnelles Laden. Dadurch ist die maximale Ladeleistung mit 150 kW halt nur okay, nicht sensationell. Auf dem Familientrip – die Pausen dauern eh immer länger als 30 Minuten – ist das verschmerzbar. Der „Business-Hypermiler“ vom Stammtisch muss halt naserümpfend ein paar E-Mails lesen. Eine Siebensitzer-Variante fehlt dem EV5 ebenfalls, und unter der mächtigen Haube hätte mutmaßlich ein größerer „Frunk“ (als der verbaute mit 44 Litern Volumen) Platz.
Raumgleiter
Allerdings: An Raum herrscht im EV5 selbst bei kritischster Betrachtung sicher kein Mangel. Dazu kommt die feine Bedienbarkeit: Der Wagen fährt sich im besten Sinne unauffällig, geradezu souverän, auf Wunsch so gut wie „autonom“ und bietet 1.200 Kilo Anhängelast.
Geradezu prima: Kias „User Interface“ ist die perfekte Mischung aus analog und digital, das kann derzeit kein Mitbewerber besser. Auch die App ist schnell mit dem Auto verbunden und punktet mit sehr flüssiger und intuitiver Benutzerführung.
Fazit: Solides E-SUV, das jedem Alltag locker gewachsen ist – und auch noch etwas hermacht.